Lammas - Ritualfeier für Frauen

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Das Fest hat viele Namen, wie: „Lug(h)nasad(h)“, „Lammas“, „Haustblót“, Schnitterfest und Kornfest.

Das Wort „Lughnasadh“ (sprich: Lu–na–sad) entstammt dem irischen Gälisch. In der schottischen Variante heisst das Fest „Lunasda” oder “Lunasdal” (sprich: Lu–nas–da oder–dal), in Manx, der Sprache auf der Isle of Man, heisst es “Laa Luanys” oder ”Laa Lunys”. Die Verbindung zu dem Gott Lugh (im Walisischen Llew) ist unübersehbar. Und ausgehend von der Bedeutung „die Spiele oder die Zusammenkunft“ für “the násad“ dürfen wir das Fest als eine „Zusammenkunft im Namen des Lugh“ verstehen. 

Neben dem Zusammenhang mit der Gottheit Lugh wurde bereits in einer der ältesten Quellen, die das Fest nennen, nämlich in der Egerton-Handschrift von 1782, Blatt 56a, festgehalten, dass Lughnasadh den „Tag der Reife aller Früchte" feiert. 

In Irland überlebte der Name des Festes in der gälischen Sprache als “Lúnasa“, eine Bezeichnung für den Monat August. In Schottland werden die zwei Wochen vor und die zwei Wochen nach Lunasda als “luchar“ bezeichnet, auf der Dingle-Halbinsel im irischen County Kerry nennt man die zwei Wochen danach “An Lughna Dubh“ (= das dunkle Lugh-Fest), was wiederum auf den Zusammenhang des Festes mit dem Mondstand verweist. 

Im angelsächsischen Raum wird das Fest häufig „Lammas“ genannt, was auf das angelsächsische “hlaef-mass“ zurückgeht (neuenglisch: “loaf-mass“), das als „Fest des Brotlaibs“ oder „Messe des Brotlaibs“ übersetzt werden kann. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Brotlaibe aus dem neuen Getreide gebacken, geopfert und verzehrt. Bis in das Mittelalter war dieses “feast of first fruits“, das „Fest der ersten (Feld-)früchte“ ein beliebter Brauch im britischen Raum, der nach der Reformation allerdings ausstarb und erst in neuerer Zeit wieder auflebt. 

Das deutsche Wort Herbst und das nordische „haust" bedeuten wie das englische „harvest" eigentlich "Ernte". Das altnordische „Haustblót" bedeutet also in erster Linie Erntefest, Ernteopfer oder Dankopfer für „gute Ernte und Frieden". 

Die Bezeichnung „Korn- oder Schnitterfest“ deutet ebenfalls auf den Ernte-Aspekt hin. Lughnasadh liegt in der Mitte des Sommers und ist das erste von insgesamt drei Erntefesten. Es ist jedoch mehr ein Fest der Freude über die Fruchtbarkeit des Landes und über die beginnende Erntezeit als ein Erntedankfest.

Im Namen Lughnasadh finden wir die Verbindung zu Lugh und somit einen Zusammenhang zwischen Lughnasad und der Königswürde. So wie Lugh mit seinem Schwert aus Licht die Dunkelheit zerteilt, so wird Anfang August das Korn auf dem Feld abgeschnitten. Um nun die zentrale Rolle des Königs beim Lughnasad-Fest zu verstehen, muss man wissen, dass Lugh nicht nur der Herrscher der Götterwelt, sondern tatsächlich auch als rechtmässiger König Irlands verstanden wurde. Zwischen dem Priesterfest des ersten Mai (= Beltane) und dem Kriegerfest im November (= Samhain) feierte man Anfang August den irdischen Stellvertreter Lughs in seiner Funktion als König. Diese zwiespältige Figur des irdischen Königs, der von den Priestern aus der Klasse der Krieger gewählt wurde, ohne jedoch selbst je Priester gewesen zu sein, benötigte in seiner schweren administrativen wie religiösen Aufgabe wohl ganz besonders den wohlwollenden und neutralen Beistand des rangmässig wie spirituell überlegenen höchsten Gottes, der als Vermittler zwischen Himmel und Erde angesehen wurde. Das erklärt auch, weshalb das Fest des Königs nicht zugleich auch das der Priester sein konnte. Es finden zwar alle möglichen militärischen, handwerklichen, musikalischen und andersgearteten Wettkämpfe, aber – anders als an Beltane – keine Opferzeremonien statt. 

Lughnasad war ursprünglich ein Fest, bei dem der König als guter Verwalter und Gönner allgemeinen Wohlstands geehrt wurde. Dieser Aspekt wurde jedoch zunehmend zugunsten der Fruchtbarkeit der Erde und des Viehs zurückgesteckt , was sich auch in dem Pflichtcharakter des Festes niederschlägt: Der irische Fürst agierte als Nachfolger Lughs als Fest-Erhalter, er handelte als König, der in der Göttin Tailtiu Mutter Erde ehrt, die wiederum seine Herrschaft wahrt und stützt. Nur wenn der Festakt begangen wird, kann Tailtiu ihr Versprechen des materiellen Reichtums halten. Wird der Festtag nicht gewürdigt, zeigt sie sich im folgenden Jahr abweisend und unversöhnlich. 

Die Quellen lassen also keinen Zweifel daran, dass die Kelten an Lughnasadh nicht nur Lugh ehrten, sondern auch seine Ziehmutter, die Göttin Tailtiu oder Taillte, zu deren Andenken auch Grabes- oder Bestattungsspiele, die sogenannten „Taillteanische Spiele“, ausgetragen wurden. Da das Licht, Lugh, mythologisch gesehen erst zum Herbstäquinoktium stirbt , macht es Sinn anzunehmen, dass diese Bestattungsspiele eben nicht Lugh galten.

Üblicherweise gehörten auch die „Taillteanischen Hochzeiten“ zu den Spielen, eine informelle Bindung, die nur ein Jahr und einen Tag oder eben bis zum nächsten Lammas-Fest Bestand hatte. Zu diesem Zeitpunkt konnte das Paar dann entscheiden, ob es die Abmachung verlängern wollte (wenn es damit zufrieden war) oder mit dem Rücken zueinander stehen und in entgegengesetzte Richtungen weggehen wollte, wodurch die Taillteanische Ehe offiziell als beendet galt. Solche Versuchs-Ehen, die von einem Barden oder einem Priester der alten Religion geschlossen wurden, waren bis ins 16. Jahrhundert hinein üblich. 

Räucherung:
Aloe, Rose und Sandelholz

Dekorationen:
Kornpuppen, Puppen aus Maiskolben geschnitzt

Farben:
Goldgelb und Orange

Wenn Leben in der Göttin heranreift, die Zweige sich unter dem Gewicht der ersten Früchte herab biegen, dann ist Lammas.
Das Schnitterinnenfest liegt gegenüber von Lichtmess, dem Wiedereintritt in die Natur. Die Zeit der Ernte beginnt. Die Sensenfrau geht über die Felder und nimmt Mass. Die Sonne steht im Zenit und ihre Kraft muss nun gebrochen werden. Zuviel an Sonne verdorrt, schadet der Ernte, trocknet die Erde aus, nimmt ihr die Kraft. Der heisse, feurige Atem der Löwin streicht über alles hinweg.

Gehe über die Felder der Natur und die Felder deines Lebens. Was ist reif zu ernten? Was steht gross und reif auf den Feldern. Deine Arbeit hat sich gelohnt, du hast gut für dich und die Erde gesorgt. Was nicht voll ausgereift ist, lass ruhig zurück, es wird in den Kreislauf der Natur integriert, nichts geht verloren, es wird zu Dünger für das nächste Jahr. Bis zum letzten Augustvollmond muss die Ernte abgeschlossen sein, danach ziehen die Pflanzen ihre Kräfte nach innen, um sich für den Winter zu rüsten. Ernte, segne und danke für das was dir geschenkt wurde. Bereite vor, was du zur Ernte brauchst, damit du bereit bist, die Gaben anzunehmen.